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Stadtzeit Witten-Titelbild | |||||||||
Schulleiter trifft von früherer Lehrergewalt Betroffene
![]() "Musikalische Lesung" als "Auftakt zu einem Netzwerk der Ehemaligen" geplant
Als "bedrückend und schon gar nicht hinnehmbar", wird | |||||||||
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Fortsetzung Titel ... Handgreifliche Gewalt oft mit auf dem Stundenplan So einige Vorgespräche waren nötig gewesen mit teils krankheitsbedingten längeren Pausen, bevor ein gemeinsamer Termin gefunden werden konnte. Zum Schluss hatten sich drei ehemalige RGW-Schüler bereit erklärt, im Beisein des Autors dem Wunsch des heutigen Schulleiters Gellesch zu folgen und von ihren Gewalterfahrungen zu berichten, die ihr Schülerleben am RGW erschütterten und bis heute nachwirken. Einer hielt bis zum Abitur durch
Sie sind in Witten aufgewachsen und sie wohnen bis heute in Witten. Sie heißen | |||||||||
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Detlef Mohrmann, Dirk Gellesch, Peter Biermann, Mick Hannes (v. l.) im RGW-Direktionsbüro: sprichwörtliche "Lust, Schüler zu quälen" - Foto: wab Als "begeisterter Schüler" sei er nach der damaligen vierten Volksschulklasse ans Ruhr-Gymnasium gewechselt, beginnt Mick Hannes mit seinen Erinnerungen an seine RGW-Zeiten. Bis sich am Beginn der Sprichwörtliche "Lust, Schüler zu quälen"
Handgreifliche Gewalt stand in anderen Fächern oft mit auf dem Stundenplan. Von Lehrern, deren Namen die drei Ehemaligen noch heute
wie im Schlaf aufzählen. Gegenwehr blieb nicht aus. Und mündete mitunter in irrwitzige Kampfszenen: Studienrat Friedrich Karl, genannt "Freddy" Kreuger, Kennzeichen: Kopfschmerzen? Zahnschmerzen? Ohrenschmerzen? Wer verneinte, bekam eine Ohrfeige, die saß. Brillenträger durften vorher noch ihre Brille abnehmen. "Freddy" Kreuger also habe, seine Hand ausholend, vor ihm gestanden, erinnert sich Hannes, und er habe bei dem Versuch, den Schlag abzuwehren, einen Füllfederhalter in der Hand gehalten. Ergebnis: Die Metallspitze des Füllfederhalters bohrte sich in den Handballen des Deutsch- und Erdkundelehrers. Die Schlagfertigkeit des Pädagogen, nebenbei Ratsherr und Mitglied des Schulausschusses, habe danach deutlich nachgelassen, meint Hannes schon damals festgestellt zu haben. "Da fragst du noch, du Lümmel?"
Vor einer Niederlage am RGW gerettet hat ihn das nicht. Eines schönen Nachmittags habe er, inzwischen einige Klassen weiter, mit einem Klassenkameraden
in der Stadt vor der Buchhandlung Lehmkul gestanden, der ihn dann fragte, ob er gerne Bücher lese und wenn ja, welche. Den großen, schlanken Mann, der
neben ihm stand, nicht beachtend habe er geantwortet, zum Lesen habe er keine Zeit, er wolle Musik machen, Gitarre spielen. Der große, schlanke Mann
Nach den Sommerferien als Sitzenbleiber Start in der neuen Klasse: Der Klassenlehrer, der hereinkommt, Keinerlei Anlaufstellen, mit jemandem über derlei Vorkommnisse zu reden
Beruflich haben auch die beiden anderen Ehemaligen ihren Weg gefunden,
Mit derlei Verlässlichkeiten habe man ja noch umgehen können, Potenzial, "einem das ganze Leben zu versauen" Widerstand, Aufsässigkeit, auch die wird in der kleinen Runde angesprochen. Gasleitungen im Physikraum wurden mit Wasser geflutet, Stromkreise im Musikraum beim Abspielen einer bestimmten Schallplatte ("Die Moldau" von Smetana) mit einem Kurzschlussstecker abgeklemmt, "Ersatzteillager" aus mutwillig zertrümmerten Tischen und Stühlen im Klassenzimmer aufgetürmt. Wer sich als verständnisvoll und "weich" erwies als Lehrer, wurde von den Schülern auch gnadenlos niedergemacht, da sind sich die drei Ehemaligen auch einig. Wer als Lehrer nicht hart durchgriff, brauchte auf Respekt, von persönlichen Ausnahmen abgesehen, meist nicht zu hoffen.
Auch im Nachhinein kein Grund, die Verfehlungen von Teilen der damaligen Lehrerschaft zu rechtfertigen, betont Schulleiter Dirk Gellesch. Die Institution
Ruhr-Gymnasium als Schule habe gegenüber ihren Schutzbefohlenen, den Schülern, damals schlicht versagt. Was ihm geschildert wurde, "war damals genau so wenig
richtig wie heute", versichert Gellesch. Das geschilderte "Grundklima der Angst" habe das Potenzial gehabt, "einem das ganze Leben zu versauen". Dieses
"Ohnmachtsverhältnis", dem Schüler damals offensichtlich ausgeliefert gewesen seien, tue ihm "unendlich leid" und er wolle sich als Verantwortlicher
der
Und weist, wie schon bei dem Treffen in seinem Dienstzimmer, nochmal auch auf Versöhnliches hin. Auf eine geplante "musikalische Lesung" mit dem ebenfalls ehemaligen RGW-Schüler
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