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Tabo Grillo und Toni Kirschner, Bahnhofstraße: "Jede Stadt kann was anderes in einem rausholen." - Interview/Foto/Video: wab, 23.2.2022

Fehlende Kitaplätze, marode Schulen und Straßen sowie zu hohe Grundbesitzabgaben sind nur einige der vielen Probleme, die von den Teilnehmern der Januarumfrage 2022 in frei formulierbaren Antworten angemahnt werden. Teilgenommen haben gegenüber der letzten verwertbaren Umfrage 2020 [?]Januarumfrage 2021 wegen mangelnder Teilnahme seriös nicht auswertbar. fast doppelt so viele Leserinnen und Leser. Die Ergebnisse lassen ein Jahr nach dem Amtswechsel mit Bürgermeister Lars König, CDU, an der Stadtspitze auf eine deutlich eingetrübte Stimmung zur Lage der Stadt schließen. Im Titelvideo kommen aber auch Gegenstimmen zu Wort.

Den größten Einbruch von 1,4 Punkten auf 5,0 Punkte gab es bei der Bewertung der Wohn- und Lebensqualität in Witten, gefolgt von "Perspektiven im Städtevergleich" (minus 1,1 Punkte), "Attraktivität der Innenstadt" und "Attraktivität als Wirtschaftsstandort" (je minus 1,0 Punkte). Auch in der Gesamtbewertung sackte die Stimmung von 4,4 Punkten um 0,8 Punkte auf 3,6 Punkte ab. Bei den diesjährigen Zusatzfragen nach der Zufriedenheit mit dem Radwegenetz und den Perspektiven auf eine autofreie Innenstadt fielen die nicht repräsentativen Bewertungen [?]DatenbasisMit 291 Antworten (2020: 167) liegt das Ergebnis der Umfrage über einem Wert, anhand dessen sich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen qualitative statistische Aussagen ableiten lassen. Für eine vom Autor erarbeitete wissenschaftlich begleitete Kulturstudie in Osnabrück mit rd. 160 000 Einwohnern (Wer nutzt welche Angebote, wann und warum?) in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt genügten dem Statistiker Prof. Dr. Reiner Niketta an der Universität Osnabrück 1995 70 Antworten für aussagefähige Ergebnisse. noch finsterer aus: 2,7 und 2,6 Punkte. Dass einige Bewertungen besser ausfallen als bei der ersten Befragung 2019 kann vermutlich nicht wirklich trösten. Damals hatten sich auch nur 90 Personen beteiligt.

Fast 90 Prozent aller Teilnehmer dieser aktuellen Umfrage sind zwischen 30 und 60 Jahre alt. Nur jeweils 5 Prozent sind jünger beziehungsweise älter. Knapp zwei Drittel aller Einsendungen kamen von Frauen, die restlichen von Männern. Ihren Wohnstatus bezeichneten genau zwei Drittel als in Witten gebürtig, ein Drittel hat "zugezogen" angekreuzt.

Innenstadt ohne "leerstehende Bau-Klötze"

Einen besseren Schutz fordert eine Frau in ihrem langen, neunzeiligen Mängelbericht, leider fühle sie sich "abends in Witten nicht mehr sicher". Weniger "Dönerläden und Spielhallen" wünscht sie sich und mehr bessere Angebote für Jugendliche und Kinder. Eine "abwechslungsreichere Innenstadt ohne weitere leerstehende Bau-Klötze" stehen ebenso auf ihrer Wunschliste, Witten müsse eigene Vorzüge herausstellen und sich von den großen Nachbarstädten abheben. In der wie bei allen anderen Teilnehmern anonym erfassten Bewertung wird außerdem ein "härteres Durchgreifen" bei Mitbürgern gefordert, "die sich nicht an Regeln halten". Des Weiteren sollten bei öffentlichen Aufträgen Wittener Firmen vermehrt berücksichtigt werden. Die Innenstadt findet die gebürtige 30- bis 60jährige Wittenerin "unfassbar unattraktiv" und beendet ihr Klagelied: "Wir wollen kein 2. Hagen!"

Themenkomplex Kriminalität und Sicherheit

Einzelnen dieser Punkte schließen sich viele Umfrageteilnehmer in ihren frei formulierten Antworten an, so besonders auch hinsichtlich dem Themenkomplex Kriminalität und Sicherheit. So gehe sie "niemals allein" über die untere Bahnhofstraße, schreibt eine Absenderin. Aber auch die angeblich hohen Parkkosten in der Innenstadt werden mehrfach bemängelt, gleichzeitig lassen eine "Begrünung der Innenstadt und des Kornmarktes" offenbar viel zu wünschen übrig. Obenan und sicherlich auch dem Zeitgeist geschuldet immer wieder der Zustand der Radwege in Witten: "sowas von unterirdisch schlecht oder gar nicht vorhanden."

Bisher erschienene Umfrageauswertungen:
2020: Lichtblick
2019: Abwarten


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